Politische Kommunikation im Fediverse – Erfolgsfaktoren und Hindernisse
12.09, 12:30–13:00 (Europe/Berlin), Dachgeschoss
Sprache: Deutsch

Viele Politiker*innen möchten ihren politischen Einsatz kommunizieren und für die Öffentlichkeit ansprechbar sein. Dabei sind sie oft auf den bekannten kommerziellen Plattformen unterwegs. Mit den Risiken von Shadow-Banning und unter dem Druck von Hass und Hetze gewinnen alternative offene soziale Netzwerke wie das Fediverse an Bedeutung. Corinna Balkow berichtet über Erfahrungen zu Reichweite, Interaktion und Aufwand.


Der öffentlichlichkeitswirksame Ausstieg von X durch die Parteien Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und SPD hat die Aufmerksamtkeit für Alternativen gestärkt. Öffentliche Einrichtungen, wie Bibliotheken, VHS, Stiftungen oder wissenschaftliche Institute haben in den letzten Jahren Accounts und teilweise sogar Instanzen im Fediverse aufgebaut.
Die negativen Begleiterscheinungen von kommerziellen Social Media Plattformen werden gesellschaftlich breit diskutiert. wie Verleumdung, Cybermobbing, Wahleinmischung, Volksverhetzung bis hin zur Aufstachelung zu Gewalt zehren an den Nerven von Politiker*innen. Teilweise sorgt diese Belastung zum Rückzug aus dem öffentlichen Raum oder auch dem kommunalpolitischen Amt. Hier kann das Fediverse mit seiner offenen Struktur und werte-orientierten Moderation eine wertvolle Alternative sein. Anhand meiner Erfahrungen möchte ich zeigen, dass öffentliche Kommunikation politischer Ziele möglich ist ohne die eigene mentale Gesundheit aufs Spiel zu setzen.

Corinna Balkow beschäftigt sich seit Jahren mit digital-politischen Themen, dabei liegen ihre Schwerpunkte im Bereich Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft, Datenschutz und kollektive Aspekte der Privatsphäre, sowie Möglichkeiten der Regulierung und Überprüfung algorithmischer Systeme. Nach dem Studium der Medien-Informatik und Philosophie hat sie für 2 ½ Jahre in Dublin gewohnt und im Bereich Software Qualitätssicherung gearbeitet. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin war ihr Forschungsfokus im Bereich „Ethik der Künstlichen Intelligenz“.

Als freiberufliche Moderatorin, IT-Beraterin und Innovationstrainerin unterstützt sie Menschen in kommunikativen Prozessen. Die Möglichkeiten digitaler Medien, lebenslanges Lernen und gesellschaftliche Mitwirkungen motivieren ihr tägliches Handeln.
Politisch engagiert sie sich dafür, dass zur Kommunikation mit Bürger*innen zusätzlich das Fediverse genutzt wird.