09-12, 18:30–19:00 (Europe/Berlin), Theater
Language: Deutsch
Das Fediverse lebt von Menschen und Gruppen, die Instanzen zur Verfügung stellen. Der Vortrag stellt Forschung zum deutschsprachigen Mastodon vor. Charakteristisch sind Instanzen mit lokalem o. thematischem Bezug. Häufig werden sie von Privatpersonen o. ehrenamtlichen Gruppen betrieben, was bei steigenden Kosten o. Zeitmangel zum Problem für Admins werden kann. Deshalb stelle ich die Frage, welche Rolle z.B. Vereine künftig spielen können, um das Fediverse als digitales Gemeingut zu tragen.
Die Ausgangssituation für das Fediverse könnte leichter sein: Es lebt davon, dass sich genug Menschen finden, die Instanzen zur Verfügung stellen. Dafür braucht es neben Ressourcen auch technisches Wissen und Fähigkeiten. Oder anders ausgedrückt: Zeit und Geld sind knapp, warum dann auch noch eine Instanz bereitstellen und verantworten? Offensichtlich gibt es viele Menschen, Gruppen oder Organisationen, die bereit sind, diesen Aufwand zu tragen und Instanzen für alle zur Verfügung zu stellen. Dies ist ein wesentliches Merkmal des Fediverse als gemeinwohlorientiertes und dezentrales Netzwerk. Im Vortrag werde ich Ergebnisse aus meiner Forschung zu deutschsprachigen Mastodon-Instanzen vorstellen, um einen besseren Eindruck aus diesem Teil des Fediverse zu erhalten. So sind beispielsweise Instanzen mit einer lokalen Verbindung besonders charakteristisch und es gibt Instanzen in vielen Regionen und unterschiedlichen Städten. Allerdings zeigt sich auch, dass die überwiegende Mehrheit der Instanzen von Privatpersonen oder kleinen, ehrenamtlichen Gruppen zur Verfügung gestellt wird. Folgeprobleme können hier auftreten, wenn die Kosten für Instanzen steigen oder schlicht die Zeit fehlt, um die Administration fortzuführen. Der Vortrag schließt mit der Frage, wie die dezentrale Infrastruktur des Fediverse zukünftig gestaltet werden kann und welchen Beitrag Organisationen und Vereine leisten können, um das Fediverse als digitales Gemeingut langfristig zu tragen.